Telekom 1und1 O2 Vodafone Base FONIC yourfone blau Klarmobil simyo smartmobil simply maxxim congstar DeutschlandSIM hellomobil McSIM MTVMobile callmobile

Betriebssystem

Noch vor wenigen Jahren war es mit dem Handy ausschließlich möglich zu telefonieren, Kurznachrichten zu versenden und kleine Spiele wie die Klassiker Snake oder Tetris zu spielen. Seitdem hat sich aber viel in der Welt der mobilen Kommunikation getan, so dass nach und nach Funktionen wie eine Kamera, Touchscreen, Internetzugang, MMS-Versand, Apps, Bluetooth und viele weitere hinzukamen und stetig verbessert wurden.

Die mobilen Geräte werden mittlerweile auch nicht mehr als Handy bezeichnet, sondern als Smartphone tituliert. Sie sind zu einem ständigen Begleiter avanciert und vereinen unter anderem Telefon, Digitalkamera, Taschenrechner, MP3-Player, Kalender und machen uns das Leben so deutlich einfacher. Beinahe überall gelangt man schnell ins Internet, kann sich Webseiten oder Videos anschauen, Börsenkurse von unterwegs analysieren oder kleine Online-Games spielen. Zudem erreicht man seine Freunde schnell über soziale Dienste wie Twitter und Facebook und ist so in ständigem Kontakt zu ihnen.

Betriebssystem ist beim Kauf entscheidend

Je nach Hersteller unterscheidet sich das Betriebssystem (englisch kurz OS, für Operating System), welches auf dem Smartphone vorinstalliert ist. Dieses ist maßgeblich dafür verantwortlich, welche Apps auf dem Smartphone installiert und genutzt werden können. Apps – zu deutsch Applikationen – sind Anwendungsprogramme auf mobilen Endgeräten, die zum Teil kostenlos sind, für die jedoch aber immer häufiger Gebühren zu zahlen sind. Hat man sich für ein Betriebssystem entschieden, lohnt es sich, diesem auch bei einem Gerätewechsel treu zu bleiben. Apps können nur von einem Smartphone auf das andere übertragen werden, wenn beide das gleiche Betriebssystem nutzen. Bei einem Wechsel können hohe Kosten entstehen, z.B. beim Kauf einer neuen Navigationssoftware.

Das Betriebssystem ist aufgrund der unterschiedlichen Nutzeroberflächen auch für die Displaydarstellung auf dem Smartphone verantwortlich. Da die Betriebssysteme zum Teil verschiedene Nutzervorlieben ansprechen, soll der nachfolgende Artikel einen Überblick bieten und bei der Wahl des richtigen Smartphones helfen.

Vergleich der Betriebssysteme für Smartphones: Android, iOS und Windows Phone

Einige der namhaftesten Hersteller wie Samsung, LG, HTC und Sony setzen auf Android, das Betriebssystem von Google. Wegen der Fülle der Hersteller, die dem System vertrauen, ist Android derzeit das mit dem größten Marktanteil und ist auf 79,5% aller Smartphones im Handel vertreten. Platz zwei belegt mit deutlichem Abstand der große Konkurrent Apple, der einen Marktanteil von 13,6% vorweisen kann und dessen Betriebssystem iOS neben dem iPhone (Generation 3 bis 5) auch auf dem iPad genutzt wird. Microsoft, Hersteller des weltweit am meisten genutzten Betriebssystems für Computer, hat im Smartphonebereich noch deutlichen Nachholebedarf und schließt das zweite Quartal 2013 mit einem Marktanteil von 3,9% ab. Obwohl alle Systeme leicht zu bedienen sind und zahlreiche Funktionen zur Verfügung stehen, unterscheiden sie sich dennoch in einigen Punkten, die später nochmals verdeutlicht werden. Zunächst aber noch ein kurzer Blick auf die Randgruppe der Betriebssysteme.

Zwerge unter sich: bada, Blackberry OS und Symbian

Diese drei zusammen kommen gerade einmal auf einen Marktanteil von 3%, liegen damit also noch hinter Windows Phone von Microsoft. Der großen Konkurrenz können sie so bei weitem nicht das Wasser reichen. Bada ist ein von Samsung entwickeltes, auf Linux basierendes Betriebssystem, das allerdings nur auf den Smartphones aus der Samsung Wave-Reihe installiert ist. Der Aufbau ähnelt dem des Google-OS, allerdings mit deutlich weniger Funktionen. Da das System, welches mit rund 10.000 Apps über den kleinsten App-Store verfügt, seit Februar 2013 aber nicht mehr weiterentwickelt wird, dürfte auch der Marktanteil immer weiter schwinden. Stattdessen wird Bada nun in Tizen integriert, ein weiteres Betriebssystem von Samsung, welches die Vernetzung vom Smartphone beispielsweise mit dem Fernseher ermöglicht.

BlackBerry OS wird, wie der Name es sagt, auf allen BlackBerry-Phones des gleichnamigen Herstellers eingesetzt. Im Bereich der Business-Applikationen nimmt es weiter eine Vorreiterrolle ein, da man aber den Trend hin zu Smartphones mit Touchscreen zu spät erkannte, hat man es bis heute nicht geschafft, sich nachhaltig auf dem Markt zu etablieren. Ähnlich ergeht es auch dem einst größten Hersteller von Mobiltelefonen, Nokia. Das hauseigene Betriebssystem Symbian wurde viel zu spät für die Nutzung auf Smartphones mit Touchscreens angepasst. Aufgrund des stockenden Absatzes geriet der Konzern schnell in die Krise und gab bereits 2011 bekannt, Smartphones in Zukunft in erster Linie mit Windows Phone auszustatten. Wie Bada wird auch Symbian in den nächsten Jahren vom Markt verschwinden, da Nokia bereits angekündigt hat, keine neuen Geräte mit diesem Betriebssystem herzustellen.

Offene und geschlossene Betriebssysteme – Worin liegt der Unterschied?

Die drei Marktführer unterscheiden sich grundsätzlich in einem Punkt. Während Microsoft und Apple mit ihren Betriebssystemen geschlossene Systeme anbieten, ist Android eine quelloffene Software. Für Nutzer ergeben sich daraus folgende Unterschiede:

Beim Kauf eines Smartphones von Apple, z.B. dem neuen iPhone 5s, können nur Dienste und Applikationen genutzt werden, die von Apple angeboten werden. Als Hauptbezugsquelle dient dabei der App-Store, welcher auch die meisten Anwendungen aller Konkurrenten zu bieten hat. Die Apps sind entweder kostenpflichtig oder kostenlos und können ganz einfach auf das Smartphone geladen und dann installiert werden. Die Synchronisation mit dem Laptop oder PC übernimmt die Software iTunes; Kontakte, Nachrichten oder Fotos können so mit wenig Aufwand gesichert oder bei Bedarf wieder auf das Gerät übertragen werden. Über den integrierten iTunes-Store können zudem E-Books, Musik und Filme gekauft werden. Der Nachteil von iOS ist, dass das Smartphone am PC nur über iTunes erkannt wird und nicht als Massenspeicher nutzbar ist.

Anders verhält es sich da bei Windows Phone. Das Smartphone wird problemlos als Massenspeicher erkannt, so dass Dateien wie bei einer externen Festplatte oder einem USB-Stick per Drag-and-Drop hinzugefügt oder entfernt werden können. Zur schnellen Synchronisation aller wichtigen Daten zwischen PC und Phone steht wie bei Apple eine Software zur Verfügung, die den Namen Zune trägt. Diese unterscheidet sich nur unwesentlich von iTunes und bietet ebenfalls einen Store für Multimedia-Inhalte.

Sowohl Windows Phone als auch iOS sind in sich geschlossene Systeme. Daraus ergibt sich für den Endnutzer der Vorteil, dass alle angebotenen Apps und Dienste vor der Veröffentlichung von Microsoft und Apple überprüft werden und reibungslos mit anderen harmonieren.

Die große Ausnahme in diesem Trio bildet hier Android von Google. Dank des offenen Codes können die Smartphonehersteller die Nutzeroberflächen ganz individuell anpassen und so auch die Wünsche verschiedener Interessengruppen berücksichtigen. Daher unterscheiden sich Smartphones von Samsung und HTC grundlegend, obwohl beide unter Android laufen. Anders als die beiden anderen Systeme benötigt Android keine Software, um das Smartphone mit dem Computer zu synchronisieren. Auch Android-Phones werden als Massenspeichergerät erkannt, was diesen Vorgang deutlich erleichtert und von vielen als großer Pluspunkt im Vergleich zur Konkurrenz gewertet wird. Die quelloffene Software ist gleichzeitig aber auch der größte Nachteil von Android.

Da die Hersteller jeweils eigene Benutzeroberflächen für jedes Modell entwickeln, müssen diese bei einem Softwareupdate des Betriebssystems auch der aktuellsten Version angepasst werden. So können Sicherheitslücken entstehen, weil Smartphone-Besitzer zum Teil einige Monate warten müssen, bis dies geschieht. Bei älteren Modellen kann es dann auch vorkommen, dass der Hersteller komplett auf ein Update verzichtet.

Vergleich der App-Stores

Das Einrichten eines Accounts bei Google, Microsoft oder Apple ist immer Voraussetzung, um den jeweiligen App-Store nutzen zu können. Das Herunterladen und Installieren der einzelnen Apps ist bei allen Anbietern sehr einfach. Das größte Angebot mit über 900.000 Apps hält der Store von Apple bereit, knapp dahinter liegt bereits Google mit über 850.000 Apps. Wenig überraschend macht der App-Store von Apple den größten Umsatz, obwohl der Play Store von Google die Nase bei der Anzahl der Downloads vorne hat. Weit abgeschlagen liegt Microsoft, das mit etwa 160.000 Apps das kleinste Angebot bereithält. Aber auch hier findet man die beliebtesten Apps und Spiele wie etwa What’s App, Facebook oder Angry Birds. Alle App-Stores überzeugen durch eine klare Menüführung und einfache Bedienung.

Bedienung der Betriebssysteme

Vor allem die Menü-Darstellung der drei Systeme unterscheidet sich grundsätzlich. Während iOS zwar sehr übersichtlich ist und man auf dem Startbildschirm alle Apps und Dienste geordnet finden kann, wird oftmals kritisiert, dass diese Darstellung veraltet ist. Es gibt kaum Möglichkeiten, diese dem eigenen Geschmack anzupassen.

Anders verhält es sich bei Android-Smartphones. Hier kann der Startbildschirm individuell mit verschiedenen Apps, Widgets und Ordnern personalisiert werden. Widgets, die mit passenden Apps verbunden sind, sorgen dabei für Leben auf dem Bildschirm, indem sie beispielsweise die neuesten Tweets oder Facebook-Updates direkt erscheinen lassen, ohne das man vorher auf die entsprechende App zugreifen muss.

Einen anderen Weg geht Microsoft bei Windows Phone. Über Live Tiles, also die Kacheln, die man auch von Windows 8 kennt, und sogenannte Hubs lassen sich alle gewünschten Informationen auf den Startbildschirm bringen. Die Kacheln aktualisieren sich dabei selbst, so dass man z.B. immer das aktuelle Wetter oder die neuesten Börsenkurse auf dem Schirm hat. Hubs dienen dazu, verwandte Funktionen miteinander zu verknüpfen, so dass etwa alle SMS, What’s App-Meldungen und Emails über einen Klick erreichbar sind.

Google Android

Wer sein Smartphone so weit wie möglich personalisieren möchte, hat hier dank Apps und Widgets die meisten Möglichkeiten. Die Software benötigt kein zusätzliches Programm, um Daten mit dem PC oder Laptop zu synchronisieren, diese werden ganz einfach per Drag-and-Drop hin und her verschoben. Der App-Store Google Play ist riesig, wird allerdings nicht so oft wie bei der Konkurrenz auf schädliche Software überprüft. Bei Systemupdates können Sicherheitslücken entstehen, wenn die Hersteller nicht schnell genug reagieren und ein Update für das jeweilig Modell anbieten können. Dies ist definitiv der größte Kritikpunkt des Android-Systems.

Apple iOS

Bei Apple gibt es alles aus einer Hand, was zu einer einfachen Bedienung und einer geradlinigen Struktur führt. Die Apps und alle angebotenen Dienste harmonieren miteinander und durch regelmäßige Updates entstehen weder Chaos noch Sicherheitslücken wie bei Android. Um das iPhone mit dem Computer zu synchronisieren braucht man iTunes, als Massenspeichergerät kann das Smartphone aber leider nicht benutzt werden. Außerdem bieten sich zu wenig Möglichkeiten, die Nutzeroberfläche dem eigenen Geschmack anzupassen.

Microsoft Windows Phone

Die Live Tiles heben Windows Phone zwar optisch von allen anderen Betriebssystemen ab, lassen es aber hin und wieder auch unübersichtlich erscheinen. Sobald man sich daran gewöhnt hat, wird man auf die Hubs, welche zahlreiche Inhalte gebündelt darstellen, aber nicht mehr verzichten wollen. Auch hier braucht man eine eigene Software zur Synchronisation, allerdings wird das Smartphone trotzdem auch als Massenspeichergerät erkannt. Mit der Auswahl der App-Stores der Konkurrenz kann Microsoft zwar nicht mithalten, allerdings ist dieser mit dem Microsoft-Dienst Xbox Live verknüpfbar.

Stand der Informationen Juli 2013